
| Eppingen. Nur wenige Töne des Tenor-Stars Jay Alexander und der Sankt Georgs Keller war mit einem beeindruckenden Raumklang ausgefüllt. Der aus Funk und Fernsehen bekannte Sänger überraschte in Eppingen auf private Einladung eine amerikanische Reisegruppe. Anwesend war auch der bekannte Liedtexter Herbert Arlt aus Kürnbach.
"Mit meinen Songs möchte ich auf das deutsche Liedgut hinweisen", erklärte Alexander. Der Auftritt bei den amerikanischen Gästen kam nicht von ungefähr. Die 36-köpfige Gruppe der Germanna Foundation war eine Woche im Kraichgau auf Spurensuche. Und zwar nach ihren deutschen Vorfahren, deren Namen sie noch heute tragen. Deutsche Volkslieder sind ihnen bekannt. Oftmals besser, als sie den Deutschen selbst bekannt sind.
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| Jay Alexander hat am 25. April 2008 sein neustes Album "Heimat" herausgebracht. Sieben Wochen war es bundesweit in den Top 100 Album Charts. Stücke aus dem Album wie "Im schönsten Wiesengrunde", "Ännchen von Tharau", "Ich hab den Frühling gesehen" oder "Amazing Grace" präsentierte er in Eppingen, zusammen mit der selbstständigen Elsenzer Musikerin Gabriele Lee-Luchner. Diese hat spontan die Begleitung auf der Gitarre zugesagt, beide spielten zum ersten Mal zusammen.
Die deutschen Volkslieder kamen bei den amerikanischen Gästen an. "I understand just some words, but I know a lot of melodies", freute sich Karen Crunk, deren Vorfahren Hoffmann 1505 in die USA auswanderten.
Sänger Jay Alexander freut sich, dass die Heimatlieder und sein jüngstes Album so erfolgreich sind. "Wortwahl und Musik haben sich geändert, aber die Themen sind geblieben." Er ist überzeugt, dass sich die Menschen gerade im Zeichen der Globalisierung verstärkt auf die eigenen Werte konzentrieren. Ein Jahr liefen die Vorbereitungen für das Album.
Heimat zählt zu Alexanders Lieblingswörtern. "Das Empfinden von Heimat ist etwas, mit dem man verwurzelt ist und mit dem man sich identifiziert, ist individuell und sehr persönlich", findet der Tenorsänger. Es kann viele Heimatorte im Leben geben. Auch Menschen können Heimat sein. "Für mich ist es der Ort, der Landstrich, in den ich hineingeboren bin", so Alexander. Dies ist der Enzkreis mit Eisingen. Geboren ist der Musiker in Pforzheim, aufgewachsen in Bauschlott. "Dieser Ort ist für mich untrennbar mit Erinnerungen an die Kindheit und Jugendzeit verbunden".
Die CD mit deutschen Volksliedern hat er als Tribut an seine Heimat aufgenommen. Dabei handelt es sich um die ersten Lieder, die er von seinen Eltern lernen durfte. Zuerst nebenbei, als seine Schwester die Melodien auf dem Klavier spielte und die Eltern dazu sangen. Dann wurde zusammen a capella gesungen. Als seine Oma Lydia krank und bettlägrig im Pflegeheim lag, besuchte Alexander sie regelmäßig. Eines Tages bat sie ihn, er hatte längst Gesangunterricht, mit ihr Volkslieder zu singen. "Das Volks- und Heimatliederwissen meiner Oma erschien unerschöpflich. Sie kannte jede Strophe auswendig", erinnert sich der Sänger.
Der Stoff, aus dem die deutschen Volkslieder sind, ist vielfältig. Naturgeschehen sind genauso Thema wie menschliche Gefühlsregungen. Vor allem die Liebe wird besungen, aber auch der Trennungsschmerz, Gemeinschaft und Einsamkeit, Trauer und Freude.
Zwei Jahre nach Tod der Oma hat er das Album aufgenommen und schließlich ihr gewidmet.
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