
| Eine muntere Schar von vierzehn Frauen traf mit Privatautos im Bildungshaus Neckarelz ein. Der stattliche Renaissancebau aus dem 17. Jahrhundert, die ehemalige Kurpfälzische Amtskellerei, beeindruckte sofort. Nach der Begrüßung und Einführung erfolgte der Einstieg in das Programm. Es ging um Gedächtnistraining und Texte, die logisches Denken erforderten. Alle arbeiteten intensiv mit, niemand wollte sich blamieren. |
| Zur Entspannung löste man gemeinsam ein Soduko. Wie immer bei solchen Seminaren waren die Mahlzeiten gut und reichlich. Die Exkursion am Nachmittag in den Nachbarort Nüstenbach war auch eine Bereicherung. Es ging am Nüstenbach entlang. Der Bach schlängelte sich durch die Wiesen. Durch den vielen Regen hatte das Wasser einen Höchststand erreicht. Die Wanderer kamen nicht ohne Regenschirm aus. In dem 700jährigen Dorf Nüstenbach mit seinen 150 Einwohnern gibt es zwei Attraktionen: die evangelische Dorfkirche, die unter großem Einsatz der Kirchengemeinde ab 1959 renoviert wurde, und ein städtisch anmutendes Café. Beide Plätze wurden aufgesucht. Der Grundstein der kleinen Kirche aus Muschelkalkstein wurde im Jahre 1759 gelegt. Wegen ihres desolaten Zustands sollte die Kirche zweihundert Jahre später an den Gastwirt verkauft werden. Ein Förderverein verhinderte dies. Für das Glasfenster hatte die Gemeinde 1929 sechshundertfünfzig Reichsmark investiert. Dies alles erzählte ein engagierter Kirchenältester im Plauderton. Im Café Haaß wurden die Frauen mit überdimensionalen Tortenstücken für alle Konzentration entschädigt. Bei Regen ging es zurück. Der Abend bot Unterhaltung mit Kreistänzen. Viel Spaß machten auch die Massagen am Vormittag. Zwar ungeübt, aber doch gekonnt massierte man sich gegenseitig. Ein irischer Tanz wurde einstudiert. Das Mittagessen brachte wieder Tischgemeinschaft und Unterhaltung. Die Leiterin der Seminarschule selbst brachte den Vortrag „Alles hat seine Zeit.“ Ihre Aussagen waren praxisorientiert. Kernsätze waren, dass die Gegenwart die einzige Zeit ist, die wir gestalten können, und dass sich jeder Zeit für das nimmt, was ihm wichtig ist. Zum Nachdenken auch der Satz, dass ein Ehepaar am Tag nur acht Minuten miteinander spreche.
Die Teilnehmerinnen schlossen das Seminar ab mit dem Eindruck, dass sie davon profitiert hatten.
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